Fortgeschrittene Themen der Wissensrepräsentation SS 20

Dozent: Prof. Dr. Gabriele Kern-Isberner
Aktuelles:
  • Für aktuelle und weiterführende Informationen zur Veranstaltung ist ein Moodle-Kursraum eingerichtet.
Beschreibung:

Die Lehrveranstaltung behandelt allgemein ausgewählte, aktuelle Themen der Bereiche Wissensrepräsentation und Informationsverarbeitung und setzt dabei einen klaren Schwerpunkt auf die Dynamik von Wissen, d.h., wie sich Wissen und Inferenzen in dynamischen Kontexten verändern (sollen). 

Es werden dabei insbesondere die folgenden Themen behandelt: 

  • Die klassische AGM-Theorie ist die Grundlage aller Theorien zur Wissensänderung, wobei die Grundformen Expansion, Revision und Kontraktion auf deduktiv abgeschlossenen Mengen behandelt werden. Die AGM-Theorie definiert einen Rahmen für begründete, rationale Wissensänderung unter Berücksichtigung logischer Konsequenzen. Hier werden syntaktische Postulate und semantische Methoden behandelt. 
  • Eine andere Form der Wissensänderung ist das Update, das insbesondere im Kontext von Agenten relevant ist, da hier Änderungen in der Umgebung behandelt werden. In der Lehrveranstaltung wird Update klar von Wissensrevision (nach der AGM-Theorie) abgegrenzt, aber es werden auch formale  Ähnlichkeiten zur Wissensrevision sichtbar. Darüberhinaus werden noch andere Formen der Wissensänderung angesprochen. 
  • Für praktische Ansätze ist es oft besser, wenn man (endliche) Wissensbasen unter Änderungen betrachtet. Allerdings gibt es eine Reihe wesentlicher Unterschiede zur AGM-Theorie, wenn man nicht mehr voraussetzt, dass die zu ändernde Menge an Wissen deduktiv abgeschlossen ist. Die Lehrveranstaltung stellt hier die Grundlagen der Revisionstheorie auf Wissensbasen vor. 
  • Die Iteration von Änderungsprozessen, insbesondere iterierte Revision, ist ein aktuelles Forschungsgebiet mit Ansätzen, die auf der AGM-Theorie basieren, hier aber eher das Ziel haben, allgemeine Revisionsstrategien zu formalisieren. Anstatt deduktiv abgeschlossener Formelmengen beschäftigt man sich hier mit der Änderung von semantischen Strukturen, die Meta-Wissen wie z.B. Plausibilität repräsentieren können. 
  • Schließlich behandelt die Lehrveranstaltung formale Ansätze zur Änderung von Wahrscheinlichkeiten und zeigt wichtige Verbindungen zu Änderungstheorien für plausibles, unsicheres Wissen auf.
Termine:
TagZeitOrt
Mittwoch 10-12 Uhr Otto-Hahn-Str. 12, 3.031
Donnerstag 10-12 Uhr Otto-Hahn-Str. 12, 3.031
Der erste Termin findet am 22.04.2020 statt!

 

Übungen: Die Übungen werden ca. alle 14 Tage zweistündig im Rahmen der Vorlesungstermine stattfinden.
Zusatzmaterialien: DVEWiki